„Manchen Kindern macht das richtig Spaß“

In zwei Kindergärten der AWO AJS gGmbH sind seit März die Lolli-Tests im Einsatz – eine erste Bilanz.

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist seit März Modellregion für die so genannten Lolli-Tests. In beiden AWO-Kindergärten im Landkreis werden diese kindgerechten Tests seitdem genutzt.

Unkompliziert in der Handhabung

„Es läuft eigentlich sehr unkompliziert“, berichtet Corinna Pflügner, die stellvertretende Leiterin des AWO Kindergartens „Sommerau“ in Zella-Mehlis. „Die Kolleginnen haben keine Probleme damit, die Tests mit den Kindern durchzuführen.“ Manche Kinder waren beim ersten Mal skeptisch, doch mit gutem Zureden habe das gut geklappt. Seit dem zweiten Lolli-Test machen alle Kinder, deren Eltern dem Testverfahren zugestimmt haben, ganz selbstverständlich mit. Im Kindergarten „Sommerau“ sind das rund 50 Prozent.

„Manchen Kindern macht das richtig Spaß und sie fragen, ob sie am nächsten Tag gleich noch mal dürfen“, so Corinna Pflügner weiter. Einerseits, weil sie den leicht salzigen Geschmack des Tests mögen – andererseits, weil ein gutes – in dem Fall Corona-negatives – Testergebnis die Kinder motiviert.

Hier sind einfühlsame Pädagog*innen gefragt

Doch genau beim Thema Testergebnis sind auch Ängste mit im Spiel. „Gerade unsere großen Kinder haben teilweise Angst vor einem positiven Ergebnis“, weiß Ina Wichert aus dem AWO Kindergarten „Max und Moritz“ in Meiningen. „Sie haben in den letzten Monaten die Nachrichtenlage mitbekommen und wissen, was eine Corona-Infektion bedeuten kann.“ Diese Ängste zu nehmen, ist auch eine Aufgabe der Erzieherinnen und Erzieher, die die Tests mit den Kindern durchführen.

Lollitests sind personelle Herausforderung

Was Corinna Pflügner und Ina Wichert eint, ist der Gedanke an die Zeit nach der Notbetreuung – denn noch bis vergangene Woche stand die Ampel für die Kindergärten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen auf Rot. „In der Notbetreuung hatten wir genug personelle Ressourcen für die Tests bei den Kindern – aber jetzt, wenn wieder rund 200 Kinder da sind, ist das schwieriger“, gibt Ina Wichert zu bedenken. Bis vergangenen Freitag besuchten 97 Kinder die Notbetreuung im Kindergarten „Max und Moritz“, von denen rund 60 wöchentlich per Lolli-Test getestet wurden. Nun sind wieder fast alle 200 Kinder da. „Bei den älteren Kids ist das kein Thema – da können mehrere unter Aufsicht gleichzeitig den Test durchführen.“ Doch bei den kleineren Kindern ist oft eine Eins-zu-eins-Betreuung beim Testen nötig. Schließlich muss der „Lolli“ bis zu zwei Minuten ohne Unterbrechung im Mund behalten werden.

Wohl auch deswegen sieht die neue Teststrategie des zuständigen Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, die zum 17. April in Kraft treten soll, Tests zukünftig mutmaßlich erst für Kinder ab 3 Jahren vor.

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In zwei Kindergärten der AWO AJS gGmbH sind seit März die Lolli-Tests im Einsatz – eine erste Bilanz.